About

Alle Leiden um uns müssen auch wir leiden.
Wir alle haben nicht einen Leib, aber ein Wachstum,
und das führt uns durch alle Schmerzen, ob in dieser oder jener Form.
Franz Kafka, Er

"In den Arbeiten von Magda Krawcewicz werden zunehmend figurale Formen verwendet, jedoch nicht im Sinne eines neuen Naturalismus, sondern vielmehr als Bestandteil von Auflösung und Fragmentierung. Sie lässt sich von dem Spannungsfeld zwischen "ganzen" und "aufgelösten" Körpern faszinieren und thematisiert dabei nicht zuletzt den diese Körper umgebenden Raum.
Raum ist eine örtlich bestimmte Körperform, die Form abstrakter Körperlichkeit. Er scheint gegeben durch die Örtlichkeit, also durch Orte, in welche ich eintrete oder austrete und selbst Inhalt werde oder ihn durch mich entleere. Auch alle seelischen Beziehungen entwickeln sich nur im Verhältnis von Anwesenheit und Abwesenheit, durch die Brüche von räumlicher Trennung, von der Ausdehnung ihrer Ungewissheit. Die Gegenwärtigkeit im Getrennt sein ist das Selbstgefühl, das die Ausdehnung der Ungewissheiten der Gefühle fort trägt und forttreibt.
Raum ist die Abstraktion von Körper oder Gestalt, von Form und Sinn in einem. Wenn wir von allem absehen, was eine Gestalt ausmacht, so ist sie bloße Figur im Raum. Dies macht die Wahrnehmung, die sich von ihren Empfindungen entfernt auch tatsächlich so. Je weiter entfernt die Empfindungen und ihre Gewissheiten sind und je mehr sich das Gefühl im Selbstgefühl der Seele verliert, desto mächtiger werden die Figurationen der Erinnerung, die räumlichen Abstraktionen des Gedächtnisses. Die Beseelung unserer Wahrnehmung wird dann umso mächtiger, je weniger Gewissheit ihr entgegensteht. Magda Krawcewicz gelingt es also, uns mit ihren Malereien und Skulpturen mehr als nur ein Bild zu liefern. Öffnen wir uns, so können wir ihre Arbeiten als Reflexion, als Spiegel unserer aller Seele/Verschiedenheit verstehen."

Rik Reinking (Sammler, Kurator)


ENGLISH VERSION :

If all around us suffer
we too have to suffer
We all do not have one body but growth
and this leads us through all pain
be it in this form or another

Frank Kafka, Er

The art of Magda Krawcewicz presents an increasing number of works depicting figural forms.
Yet this does not occur in the sense of a new naturalism; it is rather to be understood as an essential part of dissolution and fragmentation. She is fascinated by the realm which appears through the tension hovering between „whole“ and „dissolved“ bodies, thereby describing the space which surrounds this body.
Space is defined by a distinct form of body in relation to a particular location; it is the form of abstract physicality.Space is given by locality, that is, locations into which one enters or from which one abandons;
locations that can be changed on the condition of one's presence or absence. All emotional bonds merely develop in relation
to presence and absence, through breaks of spacial separation, and the expansion of their own uncertainty. Presence within
this sphere of separation represents the spirit of the self sense which makes the expansion of the uncertainty of emotions drift away.
Space is the abstraction of body or „Gestalt“; it is the abstraction of form and meaning fused into one unity.
If we peel off all the elements that constiute the idea of Gestalt, then all that remains would be just a mere figure in space.The more distant perceptions and certainties are and the more the feeling of self vanishes itself in the soul, the stronger and more vast the figurations of reminiscences become.The pulse of our perception is allowed to grow more and more mighty when opposed by
a weaker becoming certainty.
In her paintings and sculptures, Magda Krawcewicz' succeeds at providing us with more than just images.
Embracing her works, we begin to understand her art as reflection - as a mirror of our own soul and diversity.

Rik Reinking ( collector, curator )